Besuch auf dem Milchhof in Hasselbach

Besuch auf dem Milchhof in Hasselbach

Die Vereinsmitglieder waren wir zu Gast auf dem Hof von Frans van Wilgen.

Der Landwirt nahm sich viel Zeit für die Fragen der Vereinsmitglieder und führte durch seinen Hof.

Er besitzt rund 150 Milchkühe, die in einem geräumigen Stall stehen, der mit Stroh ausgelegt ist. Hier im Westerwald hat er sich vor einigen Jahren niedergelassen mit Frau und drei Kindern, bewirtschaftet über 200 Hektar, die er mit 64 Pachtverträgen zusammen bekommt.

Seine Tiere werden zu 90% mit eigenen Mitteln gefüttert.

Frans van Wilgen verfüttert kein Soja. Er ist der Meinung, dass die Tiere mit anderen nicht genmanipulierten Eiweißquellen gefüttert werden sollten, auch wenn er dadurch eventuell geringere Erträge hat.

Ein Teil seiner Flächen sind Wiesen und werden 3-4 mal im Jahr gemäht. Das Heu geht in der Regel an Pferdehalter. Für die Milchkühe ist es nicht nahrhaft genug. Sie werden mit proteinhaltigerer Nahrung versorgt.

Er bildet eine Person aus, beschäftigt einen festen Mitarbeiter und hat einen Praktikanten.

Die Kühe werden 2 mal am Tag im Melkstall gemolken, von wo die Milch dann direkt in die Tanks fließt und sofort gekühlt wird.

Im Jahr 2018 hat er einen Preis für die beste Braugerste erhalten, worauf er persönlich sichtlich stolz ist.

Mais wird nur alle paar Jahre angebaut, weil dadurch der Boden stark ausgelaugt wird. In seinem Betrieb werden abwechselnd Winterweizen, Winterroggen, Sommergerste und Silomais angebaut.

Es ist in der Landwirtschaft nicht immer leicht, den Anforderungen an Umwelt und Natur gerecht zu werden und gleichzeitig rentabel zu wirtschaften. Zudem sind die unterschiedlichen Auflagen und Vorschriften, nach denen der Landwirt sich zu richten hat, oftmals zeitaufwändig. Angesichts der niedrigen Milchpreise, die für die Landwirte seit rund 30 Jahren trotz steigender Kosten gleich geblieben sind, ist es für kleine Betriebe nicht einfach zu existieren.

Frans van Wilgen hat seinen Beruf in den Genen, denn er blickt auf eine fast 800 Jahre andauernde Familientradition in der Landwirtschaft und kann hoffen, dass auch einer seiner Söhne in dieser Tradition weiter arbeiten wird.

Wir bedanken uns noch einmal recht herzlich für die offenen Gespräche und die Führung bei Frans von Wilgen und wünschen Ihm, seiner Familie und Mitarbeitern alles Gute.